St. Wolfgangskapelle

wolfgangskapelleDie St. Wolfgangskapelle im „hinteren Dorf“ am westlichen Ufer der Naab gelegen, ist ein romanisches Kircherl, das nach kunsthistorischer Einschätzung „treffliches Beispiel einer ganz kleinen, romanischen Dorfkirche“ [1] wohl aus dem 12. Jahrhundert ist.

Der erstmalige urkundliche Nachweis der Kapelle findet sich 1522 in den Akten des bischöflichen Zentralarchivs. Damals war sie allerdings dem hl. Ulrich geweiht, das Ulrichspatrozinium bestand vermutlich bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1838 ist dann nachweislich St. Wolfgang als Patron der Kirche aufgeführt, der genaue Zeitpunkt und die Hintergründe der Umwidmung können den vorhandenen Quellen aber nicht eindeutig entnommen werden.

Hauptzweck der Kapelle war wohl die Funktion als Begräbnis- und Gedächtnisstätte. So finden sich im Inneren mehrere Grabsteine der Familie Erlbeck, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts auf Schloss Etterzhausen herrschte, darunter einer mit der Jahreszahl 1622.

Seit 1819 befand sich die St. Wolfgangskapelle im Besitz der Etterzhausener Schlossherren und wird in Urkunden verschiedentlich auch als Schlosskapelle bezeichnet. Der 1989 verstorbene Rüdiger Fromm übereignete die St. Wolfgangskapelle im Jahr 1986 an die Großgemeinde Nittendorf. Diese hat seitdem mit erheblichem finanziellem Aufwand eine Außen- und Innensanierung durchgeführt. Da keine Profanierung erfolgte, wird die St. Wolfgangskapelle auch heute noch (allerdings unregelmäßig) für Gottesdienste, Taufen usw. genutzt.

Die Lage an der Naab bedeutet für die St. Wolfgangskapelle auch häufig eine Gefährdung. Das letzte Hochwasser in den ersten Tagen des Januar 2003 ging – auch Dank des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde – noch einmal glimpflich ab. Wozu die Naab imstande ist, kann aber die an der Außenseite in Augenhöhe angebrachte Hochwassermarke von 1909 verdeutlichen.

[1] Aus: Die Kunstdenkmäler des Königreiches Bayern, Band XX, Bezirksamt Stadtamhof, zitiert nach Josef Kible, Etterzhausen, S. 143