Geschichte

Zur Geschichte von Etterzhausen [1]
Etterzhausen wird erstmals nachweisbar zwischen 863 und 885 mit „Eidrateshusá“ genannt, eine vorherige Besiedlung ist auf Grund von Ausgrabungsfunden anzunehmen. Der Name des Ortes unterlag im Lauf der Geschichte verschiedenen Wandlungen, seit Ende des 14. Jahrhunderts wird aber nur noch Etterzhausen verwendet.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde Etterzhausen wie so viele Ortschaften von kriegerischen Handlungen immer wieder ganz oder teilweise zerstört. So brannten im Dreißigjährigen Krieg schwedische Truppen im Jahr 1632 das Dorf mitsamt dem erst gut vierzig Jahre vorher erbauten Schloss und die Naabbrücke nieder.

Von den Persönlichkeiten, die den Ort und seine Entwicklung prägten, kann Friedrich Freiherr von Thon Dittmer angeführt werden, der 1799 die Güter Etterzhausen erwarb und 1804 die erste Schule gründete, hierfür ein Gebäude kostenfrei zur Verfügung stellte und auch für die Alimentation des Lehrers aufkam. Ab 1883 gelangte das Schloss von Gotthold von Mendelssohn-Bartholdy, der von 1878-1884 Bürgermeister in Etterzhausen war, mitsamt dem Gut an die Familie Fromm, in deren Eigentum es bis zum Jahr 1989, dem Tod des letzten Nachkommens Rüdiger Fromm, blieb. Derzeit befindet sich das Schloss in Privatbesitz und wird mit öffentlicher Förderung unter denkmalpflegerischer Aufsicht restauriert.
Zur Anziehungskraft des Ortes und seiner Umgebung sei aus den Aufzeichnungen des Patrimonialrichters Forster aus der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts angeführt[2] :

Mag immerhin einen anderen die Güte des daselbst gebrauten Gerstensaftes [3] nach Etterzhausen locken, mich zieht der Ort bloß wegen seiner an Alterthümern reichen Umgebung an sich. Sey es auch, daß hohe Gäste der dort erwarteten köstlichen Tafel wegen sich freuen und deßwegen Etterzhausen himmelhoch erheben; während ihres Schmauses ergötze ich mich an der Majestät dieses wildschönen Thales und durchirre die düsteren Hallen waldiger Höhen, von wo aus es mir gegönnt ist, mich in die Vorzeit zurückzuversetzen und die edlen und bösen Sitten der hier in wilden Schluchten einst hausenden Geschlechter der Etterzhausener und Löwenecker vorüberziehen zu lassen.“

Etterzhausen ist heute immer noch ein beliebter Ausflugsort, der zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) sowie dem Pkw ausgezeichnet zu erreichen ist. Die schöne Lage im Naabtal und die Nähe zur Stadt Regensburg haben zudem viele veranlaßt, sich auch in Etterzhausen niederzulassen.

Seit der Gebietsreform von 1972 gehört Etterzhausen zur Großgemeinde Nittendorf, letzter Bürgermeister der Gemeinde Etterzhausen war der 1991 verstorbene, weit über die Grenzen des Ortes und der näheren Umgebung hinaus bekannte Alfred Wölfel.

1 Die wesentlichen Informationen stammen aus den Veröffentlichungen von Josef Kible zur Geschichte von Etterzhausen (J. Kible, Ulmenstraße 17, 93138 Kareth)
2 zitiert nach: Josef Kible: Etterzhausen – Vergangenheit und Gegenwart, 1996, S. 18
3 Die Brauerei ist heute leider nicht mehr in Betrieb