Räuberhöhle

rhoeDie Räuberhöhle (1) findet man auf halber Strecke zwischen Etterzhausen und Penk über der Naab, schräg gegenüber von Ebenwies. Sie gehört zu den schönsten Höhlen der Oberpfalz, entsprechend übt sie eine große Anziehungskraft aus. Ihre Entstehung verdankt sie der im Jura häufigen Karstbildung, verursacht durch fließendes und kalklösendes Wasser.

Die Höhle diente vermutlich schon den Kelten als kultische Stätte, Druidenwohnung oder ähnliches. Im Lauf der Zeiten wurde sie ebenfalls als Zufluchtsstätte genutzt. Aufgrund der guten Übersicht, die man von der Räuberhöhle und dem über der Höhlenmitte stehenden Wartturm auf die darunter fließende Naab, auf der flußaufwärts getraidelt wurde, und die Handelsstraße an der Naab hatte, diente die Höhle auch als Ausgangspunkt für Raubzüge.

Die Höhle ist heute relativ gut zu besuchen. Der in früheren Zeiten sehr schmale Eingang zur Höhle wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts vergrößert. Auftraggeber war Herr von Bettschard, damaliger Besitzer der Hofmark von Etterzhausen, der auch den Bau einer bis heute noch begehbaren Treppenanlage veranlasste. Öffentlich zugänglich gemacht wurde die Räuberhöhle allerdings erst unter Freiherr von Dittmer.

Die Höhle hat einen ovalen Grundriß, der Durchmesser beträgt circa 24 Meter. An der Decke sind Stalaktiten zu sehen, daneben sind etliche Felseinschnitte zu erkennen, die aber als nicht begehbar gelten. Am Boden finden sich Stalagmiten.

Die schönsten Stimmungen erlebt man in der Räuberhöhle bei Sonnenuntergang. Auf der Westseite der Höhle öffnet sich eine mächtige Felsspalte, die viel Licht in die Höhle bringt und gleichzeitig einen wunderschönen Blick auf den alten Freihof Deckelstein und die Häuser von Penk eröffnet. Von dieser Felsspalte aus kann man auf einem (mittlerweile aus Sicherheitsgründen aber gesperrten) Felspfad in eine zweite kleinere Höhle, genannt „Kuchl“ gelangen.

An der Bahnstrecke nach Regensburg gibt es noch eine weitere Räuberhöhle, allerdings sehr schwer zugänglich. Diese wurde von 1869 bis 1871 von Geologen und Paläontologen freigelegt, wobei Knochen diluvialer Tiere gefunden wurden. Die Funde sind im Stadtmuseum von Regensburg ausgestellt.
(1) Die Informationen entstammen im wesentlichen dem Etterzhausen-Buch von Josef Kible von 1996